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Provisionsteilung beim Hauskauf: Was das Bestellerprinzip für Käufer bedeutet

Seit einer gesetzlichen Neuregelung müssen Käufer die Maklerprovision nicht mehr allein tragen. Was die Provisionsteilung bringt, wann sie greift und wie Sie die Kosten richtig einplanen.

Beim Kauf einer Immobilie über einen Makler war die Provision früher oft allein Sache des Käufers. Das hat sich geändert. Eine gesetzliche Neuregelung hat für mehr Fairness gesorgt und die Kosten für Käufer spürbar gesenkt. Was genau dahintersteckt und was das für Sie beim Kauf in München und Umland bedeutet, erklärt dieser Beitrag.

Was sich geändert hat

Seit Ende 2020 gilt bundesweit eine Regelung, die den Käufer beim Erwerb einer Wohnung oder eines Einfamilienhauses entlastet. Beauftragt der Verkäufer den Makler, darf er höchstens die Hälfte der Provision an den Käufer weitergeben. Die andere Hälfte trägt der Verkäufer selbst. Man spricht deshalb von der Provisionsteilung. Vorher war es in manchen Regionen üblich, dass der Käufer die gesamte Provision zahlte, obwohl der Verkäufer den Makler beauftragt hatte.

Warum das für Käufer ein Gewinn ist

Die Rechnung ist einfach. Wer früher die volle Provision trug, zahlt heute im Regelfall nur noch die Hälfte. Bei einem Kaufpreis von 600.000 Euro und einer Provision von rund sieben Prozent macht das einen Unterschied von mehreren zehntausend Euro. Für viele Käufer ist das genau die Summe, die über die Machbarkeit eines Kaufs mitentscheidet.

  • Der Verkäufer kann höchstens die Hälfte der Provision auf den Käufer umlegen
  • Die Regelung gilt für Wohnungen und Einfamilienhäuser
  • Für Käufer bedeutet das eine deutliche Entlastung gegenüber der früheren Praxis

Wann die Regelung greift und wann nicht

Wichtig zu wissen: Die Provisionsteilung gilt für den Kauf von Wohnungen und Einfamilienhäusern durch Verbraucher. Bei anderen Objektarten, etwa Mehrfamilienhäusern oder Gewerbeimmobilien, kann die Aufteilung anders geregelt sein. Auch wenn kein Makler beteiligt ist, entfällt die Provision natürlich ganz. Es lohnt sich daher, bei jedem Objekt genau hinzuschauen, wer den Makler beauftragt hat und wie die Provision im Einzelfall aufgeteilt ist.

Gut zu wissen: Die Höhe der Maklerprovision ist grundsätzlich Verhandlungssache. Es gibt keinen gesetzlich festgelegten Satz, üblich sind in Bayern für die Käuferseite Werte im Bereich von etwa drei bis dreieinhalb Prozent.

Provision und Finanzierung zusammen denken

Auch die reduzierte Provision zählt zu den Kaufnebenkosten und sollte möglichst aus Eigenkapital getragen werden. Banken finanzieren die Nebenkosten ungern mit, weil sie kein Vermögen bilden. Wer die Provision und die übrigen Nebenkosten selbst aufbringt, hält seine Darlehenssumme niedrig und verbessert damit oft den Zins. Es lohnt sich deshalb, die Provision von Anfang an in die Gesamtrechnung einzubeziehen und nicht als Randnotiz zu behandeln.

Worauf Sie im Kaufprozess achten sollten

Lassen Sie sich vor der Unterschrift klar aufzeigen, in welcher Höhe eine Provision anfällt und wie sie aufgeteilt ist. Ein seriöser Makler legt das transparent offen. Prüfen Sie außerdem, ob die Provision im Kaufpreis bereits enthalten ist oder zusätzlich anfällt, denn das macht für Ihre Gesamtkalkulation einen erheblichen Unterschied. Im Zweifel hilft ein unabhängiger Blick auf die Zahlen, bevor Sie sich binden.

Der Vorteil einer Beratung aus einer Hand

Weil wir sowohl Immobilien vermitteln als auch die Finanzierung begleiten, sehen Sie bei uns die komplette Rechnung an einer Stelle. Sie wissen von Anfang an, welche Kosten inklusive Provision auf Sie zukommen und welcher Rahmen für Sie realistisch ist. So treffen Sie Ihre Entscheidung auf einer klaren Grundlage und nicht auf Basis geschönter Teilbeträge.

Was bei der Verhandlung möglich ist

Auch wenn die Provisionsteilung die Käuferseite entlastet, bleibt die Höhe der Provision grundsätzlich verhandelbar. Es gibt keinen gesetzlich festen Satz. Gerade bei höherpreisigen Objekten lohnt es sich, das Gespräch zu suchen, denn schon ein halber Prozentpunkt weniger bedeutet bei den Preisen im Raum München mehrere tausend Euro. Ein sachlicher, gut vorbereiteter Auftritt hilft dabei mehr als hartes Feilschen.

Wichtig ist außerdem, die Provision immer im Zusammenhang mit dem Gesamtbudget zu sehen. Sie ist Teil der Nebenkosten und beeinflusst, wie viel Eigenkapital für den eigentlichen Kaufpreis übrig bleibt. Wer hier den Überblick behält, trifft bessere Entscheidungen und lässt sich nicht von einem scheinbar niedrigen Kaufpreis blenden, hinter dem sich hohe Zusatzkosten verbergen.

Ein letzter Rat: Lassen Sie sich die Provisionsvereinbarung immer schriftlich und vor der Unterschrift zeigen. So vermeiden Sie Missverständnisse und wissen genau, welcher Betrag auf Sie zukommt. Wer die Zahlen früh kennt, kann sie sauber in die Finanzierung einbauen und wird beim Notartermin nicht von einer Summe überrascht, mit der er nicht gerechnet hat.

Fazit

Die Provisionsteilung hat den Immobilienkauf für Käufer spürbar fairer gemacht. Statt die volle Provision zu tragen, zahlen Sie im Regelfall nur noch die Hälfte, was bei den Preisen im Raum München einen erheblichen Betrag ausmacht. Wichtig ist, die Provision als Teil der Nebenkosten zu verstehen, sie realistisch einzuplanen und im besten Fall aus Eigenkapital zu tragen. Wer die Regeln kennt, kauft mit klarem Blick und ohne böse Überraschungen.

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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Regelungen können sich ändern.