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Anschlussfinanzierung verschlafen? Was passiert, wenn die Zinsbindung ausläuft

Nach der Zinsbindung bleibt fast immer eine Restschuld. Wer den Moment verpasst, zahlt drauf. Wie Sie sich rechtzeitig absichern und mit dem Forwarddarlehen die Kontrolle behalten.

Viele Immobilienbesitzer richten ihren Blick nach der Unterschrift entspannt in die Zukunft und vergessen dabei einen entscheidenden Punkt: Die Zinsbindung ihres Darlehens läuft irgendwann aus. Wer diesen Moment verschläft, kann viel Geld verlieren. Dabei lässt sich mit etwas Weitsicht genau das Gegenteil erreichen. Dieser Beitrag erklärt, was bei der Anschlussfinanzierung wichtig ist.

Was am Ende der Zinsbindung passiert

Bei einer typischen Baufinanzierung ist der Zins nicht für die gesamte Laufzeit festgeschrieben, sondern nur für einen bestimmten Zeitraum, meist zehn, fünfzehn oder zwanzig Jahre. Diese Zeitspanne nennt man Zinsbindung. Nach ihrem Ende ist das Darlehen in aller Regel noch nicht vollständig getilgt. Es bleibt eine Restschuld, für die Sie eine neue Finanzierung brauchen, die Anschlussfinanzierung.

Warum der Zeitpunkt so wichtig ist

Die entscheidende Frage lautet: Zu welchem Zins finanzieren Sie die Restschuld weiter? Genau hier liegt das Risiko. Sind die Zinsen seit dem Abschluss gestiegen, wird die Anschlussfinanzierung teurer, und Ihre Monatsrate kann spürbar steigen. Wer sich erst im letzten Moment kümmert, ist dem dann geltenden Zinsniveau ausgeliefert und hat keine Zeit mehr, Alternativen zu prüfen.

  • Nach der Zinsbindung bleibt fast immer eine Restschuld
  • Deren Zins richtet sich nach dem dann geltenden Marktniveau
  • Wer früh plant, kann sich gegen steigende Zinsen absichern

Das Forwarddarlehen als Absicherung

Das wichtigste Werkzeug gegen böse Überraschungen ist das Forwarddarlehen. Damit sichern Sie sich die heutigen Konditionen schon Jahre bevor Ihre Zinsbindung ausläuft. Sie schließen die Anschlussfinanzierung also im Voraus ab, zu einem heute vereinbarten Zins, der erst später wirksam wird. Steigen die Zinsen bis dahin, haben Sie sich das günstigere Niveau gesichert. Für diese Sicherheit zahlen Sie einen kleinen Aufschlag, der sich aber lohnen kann, wenn die Zinsen tatsächlich steigen.

Faustregel: Beginnen Sie etwa drei Jahre vor Ablauf der Zinsbindung, sich mit der Anschlussfinanzierung zu beschäftigen. So haben Sie genug Zeit, den Markt zu vergleichen und sich gegebenenfalls per Forwarddarlehen abzusichern.

Der Vergleich lohnt sich doppelt

Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass man die Anschlussfinanzierung bei derselben Bank machen muss. Das stimmt nicht. Sie können den Anbieter wechseln, und genau das lohnt sich oft. Denn Ihre bisherige Bank verlässt sich darauf, dass viele Kunden aus Bequemlichkeit bleiben, und macht deshalb nicht immer das beste Angebot. Ein Vergleich über viele Banken kann Ihnen bei der Restschuld einen spürbar besseren Zins verschaffen.

Der Wechsel ist unkomplizierter, als viele denken. Die neue Bank kümmert sich in der Regel um die Ablösung bei der alten Bank. Für Sie bleibt der Aufwand überschaubar, während die Ersparnis über die weitere Laufzeit erheblich sein kann.

Umschuldung, Prolongation, Forwarddarlehen

Rund um die Anschlussfinanzierung tauchen ein paar Begriffe auf. Die Prolongation ist die einfache Verlängerung bei der bisherigen Bank. Die Umschuldung ist der Wechsel zu einer anderen Bank, oft mit besseren Konditionen. Und das Forwarddarlehen ist die vorzeitige Sicherung der Konditionen. Welcher Weg für Sie der richtige ist, hängt von Ihrem Zeithorizont und dem Zinsumfeld ab.

Ein Rechenbeispiel

Stellen wir uns vor, nach zehn Jahren Zinsbindung bleibt eine Restschuld von 250.000 Euro. Finanzieren Sie diese Summe zu einem um einen Prozentpunkt höheren Zins weiter, weil die Zinsen gestiegen sind, bedeutet das rund 2.500 Euro mehr Zinskosten pro Jahr, allein wegen des einen Prozentpunkts. Über die weitere Laufzeit summiert sich das zu einem erheblichen Betrag.

Wer sich diesen einen Prozentpunkt Jahre im Voraus per Forwarddarlehen gesichert hat, spart genau diese Summe. Das zeigt, warum die Anschlussfinanzierung keine reine Formsache ist, sondern eine Weichenstellung, die über tausende Euro entscheidet. Der kleine Aufschlag, den ein Forwarddarlehen kostet, ist gemessen an diesem Risiko oft gut investiert.

Wichtig ist außerdem, die eigene Situation ehrlich zu prüfen. Vielleicht möchten Sie die Gelegenheit nutzen, um Ihre Tilgung zu erhöhen und schneller schuldenfrei zu werden. Vielleicht haben sich Ihre Einkommensverhältnisse verändert. Die Anschlussfinanzierung ist ein guter Moment, die gesamte Finanzierung noch einmal auf den Prüfstand zu stellen.

Ein praktischer Tipp zum Schluss: Legen Sie sich eine Erinnerung an, die etwa drei Jahre vor dem Ende Ihrer Zinsbindung anspringt. So verschlafen Sie den richtigen Moment nicht und haben genug Zeit, in Ruhe zu vergleichen. Wer diesen Termin im Blick behält, verwandelt einen möglichen Stolperstein in eine Gelegenheit, die eigene Finanzierung zu verbessern.

Fazit

Die Anschlussfinanzierung entscheidet darüber, wie günstig Sie die zweite Hälfte Ihres Immobilienkredits abbezahlen. Wer sie verschläft, riskiert steigende Raten und verschenkt die Chance auf bessere Konditionen. Wer dagegen früh plant, den Markt vergleicht und sich bei Bedarf per Forwarddarlehen absichert, behält die Kontrolle. Der richtige Zeitpunkt liegt nicht am Ende der Zinsbindung, sondern gut drei Jahre davor.

Sichern Sie sich rechtzeitig ab

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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung.