Ratgeber
Anschlussfinanzierung, Umschuldung, Prolongation: Was der Unterschied ist
Drei Begriffe, die oft verwechselt werden. Was Anschlussfinanzierung, Prolongation und Umschuldung jeweils bedeuten und welcher Weg für Sie am Ende der Zinsbindung der richtige ist.
Rund um das Ende der Zinsbindung tauchen drei Begriffe auf, die oft durcheinandergeraten: Anschlussfinanzierung, Umschuldung und Prolongation. Sie beschreiben verwandte, aber unterschiedliche Wege, wie es mit Ihrer Finanzierung weitergeht. Wer den Unterschied kennt, trifft die bessere Wahl und spart oft bares Geld. Dieser Ratgeber bringt Klarheit.
Der Ausgangspunkt: die Restschuld
Am Ende der Zinsbindung ist Ihr Darlehen in der Regel noch nicht vollständig getilgt. Es bleibt eine Restschuld, für die Sie eine neue Vereinbarung brauchen. Wie Sie diese Restschuld weiterfinanzieren, dafür gibt es verschiedene Wege. Genau diese Wege verbergen sich hinter den drei Begriffen. Der Oberbegriff für all das ist die Anschlussfinanzierung.
Die Anschlussfinanzierung als Oberbegriff
Anschlussfinanzierung ist der allgemeine Begriff für jede Finanzierung, die an eine auslaufende Zinsbindung anschließt. Egal ob Sie bei Ihrer bisherigen Bank bleiben oder wechseln, in jedem Fall handelt es sich um eine Anschlussfinanzierung. Die beiden konkreten Formen dahinter sind die Prolongation und die Umschuldung.
- Anschlussfinanzierung ist der Oberbegriff für die Weiterfinanzierung der Restschuld
- Die Prolongation ist die Verlängerung bei der bisherigen Bank
- Die Umschuldung ist der Wechsel zu einer anderen Bank
Die Prolongation: bei der bisherigen Bank bleiben
Die Prolongation ist die einfachste Form. Sie verlängern Ihre Finanzierung bei derselben Bank, die Sie schon bisher hatte. Meist bekommen Sie einige Monate vor Ablauf der Zinsbindung ein Angebot zur Verlängerung. Der Vorteil ist Bequemlichkeit, denn es ist kaum Aufwand nötig. Der Nachteil: Ihre Bank verlässt sich darauf, dass viele Kunden aus Bequemlichkeit bleiben, und macht deshalb nicht immer das beste Angebot.
Wichtig: Nehmen Sie das Prolongationsangebot Ihrer Bank nicht ungeprüft an. Vergleichen Sie es mit anderen Angeboten am Markt. Oft lässt sich durch einen Wechsel ein spürbar besserer Zins erzielen.
Die Umschuldung: die Bank wechseln
Bei der Umschuldung wechseln Sie für die Restschuld zu einer anderen Bank, die Ihnen bessere Konditionen bietet. Das klingt aufwendig, ist es aber meist nicht. Die neue Bank kümmert sich in der Regel um die Ablösung bei der alten Bank. Für Sie bleibt der Aufwand überschaubar, während die Ersparnis über die weitere Laufzeit erheblich sein kann. Gerade weil viele aus Bequemlichkeit bleiben, lohnt sich der Vergleich besonders.
Das Forwarddarlehen als Sonderform
Eine besondere Variante ist das Forwarddarlehen. Damit sichern Sie sich die Konditionen für die Anschlussfinanzierung schon Jahre im Voraus, bevor Ihre Zinsbindung ausläuft. Es ist keine eigene Kategorie neben Prolongation und Umschuldung, sondern eine zeitliche Vorwegnahme: Sie legen den Zins heute fest, wirksam wird er später. Besonders sinnvoll ist das, wenn Sie steigende Zinsen befürchten.
Welcher Weg für Sie der richtige ist
Die Wahl hängt von Ihrer Situation ab. Legen Sie Wert auf Bequemlichkeit und ist das Angebot Ihrer Bank fair, kann die Prolongation genügen. Wollen Sie das beste Angebot, führt am Vergleich und oft an der Umschuldung kein Weg vorbei. Und fürchten Sie steigende Zinsen, ist das Forwarddarlehen einen Blick wert. In allen Fällen gilt: Ein Vergleich über viele Banken kostet wenig Aufwand und kann viel bringen.
Warum viele bei der Prolongation zu viel zahlen
Es gibt einen einfachen Grund, warum die Umschuldung so oft die günstigere Wahl ist: Banken kalkulieren mit der Bequemlichkeit ihrer Kunden. Viele nehmen das Verlängerungsangebot ihrer Bank an, ohne es zu prüfen, einfach weil es der Weg des geringsten Aufwands ist. Genau darauf verlassen sich die Banken und bieten bei der Prolongation nicht immer ihre besten Konditionen. Wer nicht vergleicht, zahlt für diese Bequemlichkeit oft mit einem höheren Zins.
Dabei ist der Aufwand für einen Wechsel gering. Die neue Bank übernimmt in der Regel die gesamte Abwicklung, einschließlich der Ablösung bei der alten Bank. Für Sie bleibt vor allem, die Angebote zu vergleichen und sich zu entscheiden. Gemessen an der möglichen Ersparnis über viele Jahre ist das eine der lohnendsten Stunden, die Sie in Ihre Finanzierung investieren können. Ein Vergleich schadet nie, selbst wenn Sie am Ende doch bei Ihrer Bank bleiben.
Setzen Sie sich am besten einige Jahre vor dem Ende Ihrer Zinsbindung eine Erinnerung. So bleibt genug Zeit, in Ruhe zu vergleichen und den besten Weg zu wählen, statt im letzten Moment das erstbeste Angebot annehmen zu müssen. Wer vorausschauend plant, hat bei der Anschlussfinanzierung immer die besseren Karten.
Fazit
Anschlussfinanzierung, Prolongation und Umschuldung sind kein Fachchinesisch, sondern beschreiben drei Ebenen desselben Themas. Die Anschlussfinanzierung ist der Oberbegriff, die Prolongation die Verlängerung bei der alten Bank, die Umschuldung der Wechsel zu einer neuen. Wer den Unterschied kennt und vergleicht, statt bequem zu bleiben, sichert sich für die zweite Hälfte seines Kredits oft deutlich bessere Konditionen.
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